Ausstellungen

Diether Kunerth
Santorin
ist die Hauptinsel eines Archipel im Süden der Kykladen. Diese sichelförmige Insel wurde schon in der Bronzezeit besiedelt, war aber nach der Minoischen Eruption des Vulkans von Santorin um 1620 v. Christus völlig zerstört und unbewohnbar. Erst mehrere Jahrhunderte später wurde Santorin von den Phöniziern neu kolonisiert und trug damals den trefflichen Namen Kalliste, was soviel bedeutet wie „die Schönste“. Im Altertum dann haben sich die Griechen dort angesiedelt. Eroberer kamen und gingen, die Griechen blieben und arrangierten sich mit der immerwährenden Gefahr eines neuerlichen Ausbruchs des Vulkans oder eines Erdbebens.
Der Mensch im Einklang mit der Natur ist beherrschendes Thema im Denken und Schaffen Diether Kunerth. So dient ihm auch „die Schönste“ die da eingebettet liegt im schillernden Blau des Meeres und mediterranem Azur des Himmels als Quelle der Inspiration. Er saugt sie alsdann auf, die Erhabenheit dieser kontrastreichen, erdbebenträchtigen Insel, und in gestisch expresionistischer Manier schleudert er eruptiv seine daraus entstandenen Sinneseindrücke auf die Leinwände.
Diether Kunerth schöpft dabei aus dem Vokabular seiner sich mitunter kalligfafisch gebärdenden Bildersprache. Kürzel und Chiffren formieren sich zu stimmungsgeladenen gemalten Gedichten.
Die Geometrie weiß getünchter Häuser im Widerschein stechender Sommersonne, macht er sich darüber hinaus zu Eigen und lässt sie immer wieder einfließen in das bunte Treiben an den Stränden gleißendem Licht.
Badende, manchmal antik anmutend Statuen gleich, tauchen dabei auf, aus dem Meer portätierter Sinnlichkeit.
Und allgegenwärtig thront da der Vulkan. Diese friedlich, in sich ruhende Naturgewalt. Geradezu lyrisch nimmt Diether Kunerth diesen Schwebezustand des Wartens auf die nächste Eruption in sein Empfinden auf.
Er wählt dafür das Weiß der Unschuld.

Wilhelm Holderied
Gleichzeitig Zwischenwelten

Wilhelm Holderied ist 1940 im Allgäu geboren, in Kaufbeuren. Im Jahre 1986 schaut er aus dem Fenster eines Flugzeuges, das sich auf dem Weg zwischen Mexiko City und Puerto Escondido hoch über dem mexikanischen Hochland bewegt, und was sieht er? Eigentümliche Linien, Spuren, Figurengebilde großräumig in die Landschaft gescharrt. Das Bild lässt ihn nicht mehr los. Kaum wieder am Boden, beginnt er seinerseits in den Sand zu zeichnen. Ein Gesicht entsteht da, oder eine Maske, dem späteren Entwurf für den Moosgeist am Flughafen München-Erding schon recht verwandt, ein erster Moosgeist, von dauernderer Natur als diese nur in der Photographie festgehaltene Figur: am eindrucksvollsten natürlich in dem 1995 dann zur riesigen Spirale gewordenen Erdzeichen Eine Insel für die Zeit.
Jetzt zeigt er hier in diesem Museum eine Auswahl aus verschiedenen Lebens- und Werkphasen: Kopfzeichen, Erdzeichen, Rhythmische Zeichen  und Skulpturen, die als Wegzeichen fungieren. Diese Ausstellung kann nicht Holderied in seiner ganzen Vielfältigkeitkeit zeigen, Vielseitigkeit, Vielseeligkeit, wie sie sich in Malerei, Skulptur, Installation, Performance, in der großräumigen land-art wie in der kleinen Zeichnung niederschlägt, aber exemplarisch schon. Arbeiten aus den letzten Jahren haben Titel wie Die Reise im Zwischenraum, Hinterlegte Augen-Blicke, Vertraute Stimmen, Das unsichtbare Feuer oder zum Beispiel Verkreuzte Wolkenfelder oder die Laterne heiratet das Licht der Sterne. Ihnen liegt in tiefer Gemeisamkeit eine Unstillbare Sehnsucht zugrunde, wie ein Bild aus dem Jahre 2014 heißt. All diese sehr poetischen Titel verweisen auf den magischen Charakter dieser Bilder. Sie bilden weniger ab, als sie vielmehr geradezu beschwören: eine Welt hinter oder in der Wirklichkeit, einen Zwischenraum, den wir nicht erkennen können, aber erahnen und erspüren in vielen Darstellungen des Wilhelm Holderied. Einen Zustand, der eher an die Welt des Traums, der Vision, der Trance denken lässt als an die der gedanklichen Vernunft. Für die Reise im Zwischenraum schlägt er vor: „Treffen wir uns dahinter!“

Im Jahre 2016 bringt Holderied seine Ur-Prägung zurück in die Gegend, in der sie entstanden ist, mitten in Mexiko als Sternenschiff und Observatorium, das die Tag- und Nachtgleiche am 20. März und am 23. September anzeigen wird und die Verbindung zwischen El Charco und dem Universum: Ein Haus für das Licht der Sterne – Una Casa para la Luz des las Estrellas.

Und hier im Allgäu können wir Modelle, Bilder und Photos sehen, die mit diesem Projekt in Zusammenhang stehen. Vom Allgäu nach Mexiko, wieder nach Hause und nach Mexiko zurückgebracht – um es auch zu Hause und jetzt hier im Allgäu wieder zu zeigen: Mehr als ein doppeltes Echo. Mit dieser Ausstellung schließt sich im Werk des Wilhelm Holderied einer von vielen Kreisen, so wie sich die Linien seiner Bilder rhythmisch fügen und schließen – um sich dann wieder öffnen zu können.

Öffnungszeiten

1. April bis 12. November
Dienstag - Freitag von 11.00 - 16.00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12.00 - 17.00 Uhr

05. Dezember bis 31. März
Donnerstag & Freitag von 11.00 - 16.00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12.00 - 17.00 Uhr
Montag, Dienstag & Mittwoch geschlossen

 
 

 
 

Anfragen

Museum für zeitgenössische Kunst
Diether Kunerth

Marktplatz 14a
87724 Ottobeuren
+49 (0) 8332 79 69 89 - 0
+49 (0) 8332 79 69 89 - 10
Museum@ottobeuren.de
www.mzk-diku.de

Museumsteam
Markus Albrecht
Christine Knoflicek
Marktplatz 14a
87724 Ottobeuren
+49 (0)8332 796 989 – 12
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Dienstag - Freitag von 11.00 - 16.00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12.00 - 17.00 Uhr

5. Dezember bis 31. März
Donnerstag & Freitag von 11.00 - 16.00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12.00 - 17.00 Uhr
Montag, Dienstag & Mittwoch geschlossen


Geöffnete Feiertage:

Ostermontag:                17. April 2017          
Himmelfahrt:                  25. Mai 2017    
Pfingstmontag:              05. Juni 2017
Maria Himmelfahrt:       15. August 2017
Tag d. dt. Einheit:           03. Oktober 2017
Reformationstag:          31. Oktober 2017
Allerheiligen:                  01. November 2017

Das Museum ist jeweils von 12:00 - 17:00 Uhr geöffnet!

Schließzeiten

24. April  2017 – 12. Mai 2017
wegen Ausstellungsvorbereitung geschlossen

13. November 2017 - 01. Dezember 2017
wegen Ausstellungsvorbereitung geschlossen




Geschlossene Feiertage:

Karfreitag:                       14. April 2017
Tag der Arbeit:                01. Mai 2017

 

Museum für zeitgenössische Kunst - Diether Kunerth

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