Over the Rainbow 
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Liebespaar von Giannitsohori. 
Liebespaar von Giannitsohori.

Ausstellungen

Miriam Vlaming "DER MENSCH - DAS WESEN" vom 04. August bis zum 11. November 2018

ÜBER DIE KÜNSTLERIN
Miriam Vlaming, 1971 in Düsseldorf geboren, lebt und arbeitet in Berlin.
Die Malerin Miriam Vlaming hat in ihrer geheimnisvollen Bildwelt stets das Ganze im Blick. Es dürfte nur wenige geben, die sich den großen Themen stellen. Zu ihnen gehört Miriam Vlaming. Sie bevorzugt eine Ästhetik im Zwischenreich von Werden und Vergehen, von Vergangenheit und Jetzt: „Es sind die Brüche und Widersprüche, die mich interessieren, …der Moment, nachdem oder bevor etwas passiert ist, …nicht die große Historie“. Es sind immer wieder landschaftsartige Bildräume, die von Andeutungen an die Natur und an menschliche Figuren leben, Szenarien, die sich als höchst fragil erweisen bis hin zur gezielten Auflösung und Abstraktion. Viele Gemälde haben die Anmutung einer alten, ausgeblichenen und stark beschädigten Farbfotografie, deren Motiv sich eher erahnen als wirklich deuten lässt. Tatsächlich lässt sich die Künstlerin häufig von Fotografien inspirieren – sei es von solchen aus alten Alben oder von aktuellen Bildern aus Printmedien oder dem Internet. Susanne Altmann nennt die Künstlerin eine „visuelle Anthropologin“. Tatsächlich geht es Miriam Vlaming um das Rätsel dessen, was wir wahrnehmen und schon längst zu kennen glauben. Egal ob in der sichtbaren Welt oder in den fotografischen Fundstücken, die ihr als Impulse dienen. Ungelöste Fragen eröffnen sowohl der Künstlerin als auch den Rezipienten ihrer Bilder jene Räume, die es ermöglichen, eigene Geschichten daraus zu spinnen. Es ist eine offene Form der Erzählung, die nichts festlegt und das Temporär-Prozesshafte betont. Die Bild- und Vorstellungswelt der Malerin Miriam Vlaming entschlüsselt und verklärt zugleich. Das Frappierende: Bei Miriam Vlaming wird die eingesetzte malerische Technik zur analogen Entsprechung des Inhalts. Der informelle Auftrag der Eitemperafarben lässt stellenweise die darunter liegenden Ebenen durchscheinen, manche Passage wird mit Terpentin wieder gelöst und abgewaschen, verdünnte Farben rinnen über die schräg gestellte Leinwand, Farbinseln erlauben Durchblicke in tiefere Schichten. Das entrückt die Bilder einer klaren Lesart. Manchmal auch dienen neben der Aneignung fotografischer Vorlagen verworfene eigene Werke nach Jahren noch als Malgrund für einen neuen Anfang, der das alte überwuchert, aber nicht vollends verdeckt. Schicht um Schicht legt sich eine weitere Geschichte über das Bild. So werden die Bilder selbst zu einem Archiv früherer Arbeitsprozesse. Es obliegt den Betrachtern, die Sedimente assoziativ zu erfassen. Es sind vieldeutige Metaphern, mit denen die Künstlerin spielt. Es ist auch ein Spiel mit dem Publikum, das sich an Sichtbares klammert und sich dann doch im Bild verliert. Und immer geht es um Seelenzustände, die sich im Ergebnis ihres Malprozesses spiegeln. Miriam Vlaming erschafft so einen Kosmos aus Bildern, der uns anrührt und berührt. Eine Malerei zwischen Himmel und Erde, die uns nicht mehr loslässt. Es sind Bilder, die uns zu unserer eigenen Natur zurückführen und uns als Menschen auf unseren Kern zurückwerfen. Es hat somit seinen guten Grund, warum Miriam Vlamings Bilder in Museen und Sammlungen weltweit vertreten sind: Sie stillen ein tiefes menschliches Bedürfnis nach Erkenntnis.
Martin Oswald

Diether Kunerth "PAARE" vom 12. Mai bis zum 11. November 2018

SOKRAKTES IM GESPRÄCH MIT EINEM SCHÜLER
Schüler: Lieber Sokrates, du selbst bist Bildhauer, aber vor allem ein großer Philosoph und mein Meister, der in regem Dialog mit uns Schülern und Wissbegierigen steht. Ich konnte den Eindruck gewinnen, dass du die Bildhauerkunst geringer bewertest als Literatur und Philosophie. Aber wir Griechen haben doch vor allem wegen der großartigen Marmorfiguren, die auf allen öffentlichen Plätzen und in Tempeln aufgestellt sind, so großes Ansehen im Ausland. In unseren Kolonien tragen wir unseren Ruhm als herausragende Kulturschaffende in die Herzen der Menschen.
Socrates: Vergiss bitte nicht, mein lieber Freund, die großartigen Dramen und die weltberühmten Schriften unserer Dichter. Auch im Ausland werden öffentliche Theater errichtet, die uns für alle Zeiten unsterblich machen. Ich als Steinmetz konnte keine Meisterwerke schaffen. Die Göttin Athene hat mir andere Talenten geschenkt. Vielleicht ist es ein wenig die eigene Enttäuschung von meinem kleinen Manko als Bildhauer, die mich auf meine Berufung als Philosoph so kompromisslos verwies.
Schüler: Kommen wir zur Lehre des Höhlengleichnisses. Die Bildhauerei nennst du den Schatten der Schatten. Ist aber nicht gerade die Marmorfigur Ausdruck von größter Harmonie, die unendlich lange strahlt und ein Zeichen und ein Bild verkörpert, das den göttlichen Gedanken von Vollkommenheit in Ewigkeit über den Weg der Materialisierung uns vor Augen stellt?
Sokrates: Da hast du, lieber Freund, recht. Wir Menschen sind voller Makel innerhalb des Kosmos, der ewig sich in Entwicklung befindet. Die Lebewesen sind sterblich und haben eine begrenzte Erkenntnis über die Ursachen allen Seins. Der Künstler aber kann eine Utopie von ewiger Harmonie erfinden und zwar in verschiedenen Medien. Die Marmorfigur verkörpert vollkommene Schönheit. Die unsterblichen Götter sehen sich in ihnen gespiegelt. Der Zeitablauf bei allen Lebewesen ist da aufgehalten. Freude und Leid sind vergänglich im realen Leben, aber in der ewig strahlenden Figur ist nur unendliches Glücksgefühl ausgedrückt. In der Ewigkeit ist kein Platz für Unvollkommenes und für Leidvolles, so ist Kunst ein Gleichnis für Absolutes. Die Tragik in den Dramen unserer Dichter behandeln die Irrwege des Menschen. Aber sie enden nach gewisser Zeit. Sie bedeuten für uns eine Möglichkeit der Katharsis.
Schüler: Mein lieber Lehrer Sokrates, ich freue mich sehr, in so einer reichen Welt der Gedanken und herrlichsten Kunstwerke beheimatet zu sein. Die göttlichen Ideen verkörpern sich in Kunst und finden Interpretation in der Weisheit der Philosophie.
Sokrates: Lieber Gesprächspartner, es wird uns beiden bewusst, dass ein Dialog zwischen Menschen so wichtig ist, um aus einsamen Monologen herauszufinden. Im Sport ist das Ballspiel zwischen Partnern erst spannend und lässt den einzelnen auf glückhafte Weise erleben, dass wir erst im Zusammenspiel mit anderen unser Potenzial an Höchstleistungen erfahren können. Dieses intensive Erlebnis ist auch zwischen Mensch und Tier, zwischen allen Lebewesen und sogar im Erlebnis mit Gestein, den Sternen und mit dem gesamten Kosmos möglich. Denn alles hat den gleichen geistigen Ursprung und ermöglicht, dass Unterschiedliches sich austauschen kann. Wird uns Menschen dies immer mehr bewusst, so besteht die Chance, dass sich die polaren Kräfte nicht bekämpfen und zerstören, sondern zu einer Toleranz und kreativen Gestaltung unserer Zivilisation beitragen, indem sich diese als Evolutionsschub erweisen.
Sokrates: Mein lieber junger Freund, nun möchte ich dir zum Schluss noch eine Prophezeiung, ohne das Orakel von Delphi kontaktieren zu müssen, mit auf den Weg geben. Bald wirst auch du die Wonnen eines Liebespaares erleben. Gott Amor wird den Pfeil abschießen. Dann wirst du auf das Innigste erfahren, dass eine Liebespartnerschaft das Schönste und Wichtigste im menschlichen Leben bedeutet.
Schüler: Ich danke dir, lieber Sokrates, herzlichst für die Möglichkeit, einen so guten Dialog mit dir ermöglicht bekommen zu haben.

Öffnungszeiten

5. Dezember bis 31. März
Donnerstag & Freitag von 11:00 - 16:00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12:00 - 17:00 Uhr
Montag, Dienstag & Mittwoch geschlossen

1. April bis 12. November
Dienstag - Freitag von 11:00 - 16:00 Uhr
Samstag & Sonntag von 12:00 - 17:00 Uhr
Montag geschlossen


Geöffnete Feiertage:
Mariä Himmelfahrt        15. August 2018
Tag d. Dt. Einheit           03. Oktober 2018

Das Museum ist jeweils von 12:00 - 17:00 Uhr geöffnet!

Schließzeiten

12. November – 30. November 2018
Wegen Ausstellungswechsel geschlossen!

 

Museum für zeitgenössische Kunst - Diether Kunerth

Marktplatz 14a
87724 Ottobeuren 

+49 (0) 8332 79 69 89 - 0
+49 (0) 8332 79 69 89 - 10
museum@ottobeuren.de
www.mzk-diku.de

 
 
 
 
 
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